Abschied von Willie Dunn, indigener Aktivist und Liedermacher der ersten Stunde

Am 05.08.2013 starb der bei uns vor allem als Musiker bekannte Willie Dunn.

Der 1941 in Montreal geborene Sänger, Musiker, Filmemacher und Künstler vereinigte in sich das musikalische Erbe seiner Mik’maq-Vorfahren sowie seiner schottisch-irischen Abstammung.

Im Rahmen einer Europatournee gab Willie Dunn 1981 auch in Wien ein Konzert, gemeinsam mit dem damals noch völlig unbekannten Mapuche Dario Domingues (Asyl in Kanada), welches eines der vielen „Vor-AKIN“ Aktivitäten darstellte, bei denen sich immer wieder dieselben Personen einfanden. Somit hat Willie Dunn auch für den Arbeitskreis eine symbolische Bedeutung, da aufgrund einiger solcher Aktivitäten schlussendlich auch AKIN gegründet wurde.

Hier ein kurzer Nachruf des Künstlers:

Mit dem Aufkommen der Folk Musik war auch die Zeit für Willie Dunn gekommen. Nachdem er seinen Armeedienst absolviert hatte, klemmte er die Gitarre unter den Arm und begann mit 23 Jahren durch die Folk Clubs zu ziehen, u.a. im Café Lina in Saratoga Springs, New York, einer Geburtsstätte des Folk Revival.

In seinen Texten setzte er sich vor allem mit der Situation und der Geschichte der indianischen Völker auseinander, wobei er klare Statements mit Ironie zu mischen verstand. Willie Dunn galt manchen gar als ein Pionier der indianischen Musik, so produzierte er 1971 das erste kanadische Musikvideo mit seinem Song „Ballad of Crowfoot“, in dem er die kolonialistische Politik Kanadas angriff und das mehrere internationale Auszeichnungen gewann, u.a. 1969 beim Chicago International Film Festival.

In den drei Jahrzehnten seiner Karriere tourte er durch Hunderte von Städten in ganz Europa und Nordamerika und engagierte sich auch immer wieder leidenschaftlich für die Umwelt sowie für die Rechte der Indianer. Seine Alben erschienen u.a. beim Münchner Trikont Label.

Zu seinen letzten Produktionen zählen z.B. „The Eagle Project” oder “The Voice of the Land”, eine einstündige Dokumentation über das Schwinden der indianischen Sprachen. „Self-Government“ dagegen setzt sich mit dem komplexen Thema der indigenen Selbstverwaltung auseinander – angesichts der jüngsten Entwicklung in Kanada ein hochaktuelles Thema.

1993 kandidierte Dunn für das kanadische Parlament und engagierte sich politisch in vielfältiger Weise.

Ein ausführlicher Nachruf folgt in der Herbstausgabe des Magazins Coyote.

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