Presseinformation: Wasserwerfer gegen „Water Protectors“: Tod durch Erfrierung wird in Kauf genommen.

Bei klirrenden Temperaturen unter Null Grad setzten die Polizeikräfte North Dakotas Sonntagnacht Wasserwerfer gegen gewaltlose, unbewaffnete Demonstranten ein.

Die Standing Rock Lakota Indianer und ihre Verbündeten kämpfen nunmehr seit Monaten gegen den Bau einer Ölpipeline – der Dakota Access Pipeline – auf ihrem traditionellen Gebiet. Sie befürchten eine Verschmutzung des Missouri Flusses, der Millionen von Menschen mit Trinkwasser versorgt. Bisher wurden durch den Bau bereits etliche Gräber und Zeremonienplätze unwiederbringlich zerstört. Mittlerweile haben sich über 200 indigene Nationen wie auch nicht indigene Unterstützer aus der ganzen Welt diesem gewaltfreien Kampf angeschlossen.

Am 20.November sollte dieser Konflikt auf ungeahntes Ausmaß eskalieren: Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt wurden demonstrierende „Water-Protectors“ von Polizeikräften mit Wasserwerfern beschossen. Zusätzlich wurden andere sogenannte „nicht letale“ Waffen eingesetzt, darunter Tränengas, akustische Kanonen, Blendgranaten und Gummigeschosse. Laut Bericht des Ärzteteams wurden die Geschosse gezielt ins Gesicht und auf Kniescheiben abgefeuert.

Die Bilanz: Über 200 Verletzte auf Seiten der „Water Protectors“ – massive Unterkühlungen, Atemprobleme, Verletzungen durch Gummigeschosse, einer jungen Frau wurde der Unterarm durch eines der Geschosse zerfetzt; sie wird diesen Arm nie mehr richtig bewegen können. Langfristige gesundheitliche Folgen sind bei vielen Verletzten aufgrund des rigorosen Gewalteinsatzes zu befürchten.

Fraglich bleibt, wie lange noch eine Demokratie den Einsatz derartiger Methoden durch Polizeikräfte zum Schutz eines Privatunternehmens gegen die eigene, gewaltfrei protestierende Bevölkerung zulassen und rechtfertigen kann.

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