Der Arbeitskreis

Der Hintergrund zu den Aktivitäten des Arbeitskreises

Die Regierungen der Länder, in denen Indigene Völker -wie auch die Ureinwohner Nordamerikas leben, üben aus verschiedensten Gründen extremen Druck auf diese Völker aus meist, da sie der unkontrollierten ökonomischen Ausbeutung ihrer angestammten Lebensgebiete im Wege stehen.

Indigene Völker werden von den Regierungen nicht als sou¬veräne Nationen mit dem Recht auf Selbstbestimmung betrachtet. Ohne kollektive Rechte leben sie wie Fremde im eigenen Land.

Als „Nicht-Staaten“ sind sie von Entwicklungshilfe im üblichen Sinn ausgeschlossen und kommen daher auch um die meisten Formen internationaler Unterstützung.

Zur Änderung dieser Situation möchte unser Arbeitskreis beitragen. Wir sind uns sehr wohl der Tatsache bewusst, dass eine kleine Gruppe von Österreich aus die Indianerpolitik Ka­nadas und der USA nicht völlig umkrempeln, den Regierungen dieser Länder aber recht empfindliche Nadelstiche versetzen kann. Dabei spielt der moralische Anspruch beider Länder als „internationale Hüter der Menschenrechte“ eine entscheidende Rolle.

Entstehung des Arbeitskreises Indianer Nordamerikas (Akin)

Im Jahre 1980 fand in Rotterdam das vierte „RusseIl Tribunal“ statt, das im Rahmen einer internationalen Experten­jury Menschenrechtsverletzungen an Indi­genen („Indianern“) beider Amerikas auf­zeigte und verurteilte. Im Umfeld dieses Tribunals wurden auch in Österreich Ver­anstaltungen über Indianer abgehalten, bei denen ein Kern von besonders Inter­essierten immer wieder zusammenkam.

Diese Kerngruppe schloss sich nach einem Vortrag des deutschen „Indianerjourna­listen“ Claus Biegert in Wien im Frühjahr 1981 zunächst zu einem losen Arbeitskreis zusam­men. Seit diesem Zeitpunkt trifft sich der Kreis mit nur kleinen Unterbrechungen wöchentlich zu Arbeitssitzungen, in denen Informationen ausgetauscht, Aktionen ge­plant und Publikationen vorbereitet werden.

Die Abkürzungsinitialen des Arbeitskreises Indianer Nordamerikas sind gleichlautend mit dem engli­schen Wort „akin = verwandt“ und deutet den emotionalen Hintergrund unserer Arbeit an.

Unterstützungsarbeit

Proudly presenting the AKIN InfotischDer Arbeitskreis Indianer Nordamerikas leistet vor allem politische Ar­beit, zum Beispiel durch die Vermittlung von Gesprächen indigener VertreterInnen mit österreichi­schen PolitikerInnen, durch Protest­aktionen, Pres­searbeit oder Informations­kampagnen. Direkte Unterstützung bietet AKIN aber auch, indem versucht wird, Geldmittel für konkrete indianische Projekte aufzutreiben.

In den letzten 35 Jahren unterstützt der Arbeitskreis Projekte und Anliegen der Apache, Blackfeet, Chero­kee, Cheyenne, Innu, Lubicon Cree, Na­vajo, Oglala Lakota, Ojibwa, Shuswap, Western Shoshone und engagierten uns in Themen wie Lachsfarmen, Teersand, CETA/TTIP, verschwundene und ermordete indigene Frauen in Kanada, „Idle No More“ und anderen Bereichen.

Wo immer möglich, unterstützt AKIN In-dianerInnen darin, ihre Anliegen selbst zu vertreten. Hier konzentrieren wir uns in erster Linie auf Unterstützungsarbeit für die kollek-tiven Rechte Indigener Völker, eine wesentliche Grundvoraussetzung und ein wichtiger Hebel zu einer positiven, selbstbestimmten Entwicklung.

Ehrenamtliche MitarbeiterInnen von AKIN stehen vor allem indigenen VertreterInnen bei der Durchsetzung ihrer Rechte in interna-tionalen Gremien wie der UNO unterstützend zur Seite. Diese Form der Unterstützungsarbeit ist zwar weniger sichtbar bzw. „spektakulär“, dafür aber umso effektiver bei geringem finanziellen Mitteleinsatz.

Der Arbeitskreis versteht sich als Mittler zwischen den Ureinwohnervölkern Nordamerikas und jenen Österreichern (bzw. Europäern), die bereit sind, zuzu­hören und sich über die Ur­sache der Probleme indigener Völker Gedanken zu machen. Wo Immer möglich, lassen wir Indianer selbst ihre Anliegen vertreten.

Kulturaustausch

Kulturelle Beziehungen zwischen europä­ischen Ländern und indigenen Nationen fördern – auf lange Sicht – gegenseitiges Verständnis und können so eine breitere Basis zur Unter­stützung politischer Ziele der Indigenen bilden. Aus fi­nanziellen Gründen kann AKIN hier nur punktuell aktiv sein.

Beispiele für vom Arbeitskreis Indianer Nord­amerikas bisher organisierte kulturelle Aus­tauschprojekte sind etwa:

– Lesungen des Cheyenne­ Dichters Lance Henson und des Cherokee Dichters Mike Austin
– Bildungsreisen ins Pine Ridge Reservat (Oglala Lakota)
– Fotoausstellung zum Gedenken an das Massaker von Wounded Knee 1890-1990
– Bildungsreise indianischer Journalistinnen in Österreich
– Unterstützung und Tourneeorganisation der Künstler und Aktivisten Mitch Walking Elk, Wade Fernandez, Art Napoleon u.a.

Öffentlichkeitsarbeit

Der Abbau von herrschenden, für die betroffenen Indigenen äußerst hinderlichen Klischeevorstellungen, ist von zentraler Bedeutung.

Auch die Korrektur der offiziell von nordamerikanischen Regierungen verbreiteten Informationen stellt einen wesentlichen Bereich dar.

Art Manuel (Shuswap) bei einer Pressekonferenz 2007 in Wien über das ÖSV-Team in Sun Peaks, British Columbien, KanadaDiesbezügliche Maßnahmen umfassen:

  • Vorträge, in der Regel durch indigene Vertreter (auch an Schulen)
  • Publikation von Informationsmaterial
  • Pressekonferenzen und -aussendungen
  • Informationsstände

Finanzierung der Aktivitäten

Der Arbeitskreis Indianer Nordamerikas finanziert sich ausschließlich aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Für indigene Kunstschaffende konnte AKIN fallweise auch Kulturförderungen, etwa von der Stadt Wien vermitteln.

Die Arbeit des Arbeitskreises erfolgt ausschließlich ehrenamtlich und unbezahlt, mit den Einnahmen werden lediglich unvermeidbare Sachkosten für die Aktivitäten abgedeckt. Daher bewegen auch kleine Spenden sehr viel!

Internationale Zusammenarbeit

Der Arbeitskreis hat intensive Kontakte zu verwandten Gruppen und Organisationen in vielen europäischen Ländern. Seit 1985 besteht ein loses Netzwerk europäischer Unterstützungsgruppen für nordamerikanische Indigene Völker. Dieses Netzwerk dient vor allem zum gegenseitigen Informationsaustausch und zur Koordination von Aktivitäten.

Alle Organisationen basieren ihre Unterstützungsarbeit auf gemeinsam formulierte Grundprinzipien.

Besuchen Sie unser Indianer-Netzwerk auf Facebook!

Mitarbeit

Die MitarbeiterInnen des Arbeitskreises sind grundverschiedene Menschen. Je nach persönlicher Ausrichtung setzen sie unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte. Im organisatorischen Bereich kann sich jede/r nach den individuellen Möglichkeiten nützlich machen.

Wenn Sie sich für Wirtschaft, Politik, Völkerrecht, Ethnologie, Öffentlichkeitsarbeit oder Veranstaltungsorganisation interessieren, sind Sie herzlich eingeladen, bei uns mitzumachen!

Ehrenmitglieder

Tätigkeitsberichte

In den Tätigkeitsberichten erfahren Sie mehr über die Aktionen, Ereignisse und Veranstaltungen des Arbeitskreises Indianer Nordamerikas: